Die griechisch-orthodoxe Kirche in Düsseldorf

Traum eines Priesters

„Träume sind Schäume“, sagt ein Sprichwort bei uns. Doch manchmal wird aus einem Traum greifbare Wirklichkeit. Der Träumer mag es kaum glauben. Wenn dies einem Priester geschieht, wird er als Erstes göttliches Wirken danken, aber dann für den vielen tatkräftigen Helferinnen und Helfern, die an diesem „Wunder“ mitgewirkt haben.

Das Wunder, von dem hier die Rede ist, steht schon seit einigen Jahren an der Autobahn A 46, die uns Hochdahler auf schnellstem Weg nach Düsseldorf führt: die griechisch‑orthodoxe Pfarrkirche, die dem Hl. Apostel Andreas geweiht ist. Das Neue an ihr ist die im letzten Jahr vollendete Ausmalung mit wunderbaren Ikonen. Der Pfarrer, Erzpriester loannis Psarakis, der 1972 vom legendären Bischof Irineos ‑ damals griechisch‑orthodoxer Metropolit in Bonn ‑ aus Kreta nach Düsseldorf geholt wurde, lächelt, wenn er über die Entstehungsgeschichte „seiner` Kirche berichtet. „Eine eigene Kirche war immer mein Traum“, sagt er.

*Da ist er wieder, dieser Traum, an dessen Verwirklichung anfangs niemand glauben wollte, bis, ja bis… Doch zuerst etwas zur Vorgeschichte: Seit 1957 besteht in Düsseldorf eine orthodoxe Gemeinde für griechische Zuwanderer. Heute umfasst die Gemeinde geschätzte 11 000 Mitglieder. So genau weiß das niemand. Denn ein Register darüber gibt es nicht. Bis 1960 fanden die Gottesdienste in wechselnden Gastkirchen statt, von da ab bis 1989 in der katholischen Pfarre „Heilige Familie“ in Stockum.

Zurück zum Traum von Pfarrer Psarakis: Überall hat er davon erzählt. Auch als er den in Mülheim/Ruhr ansässigen Ingenieur Pliatskas traf Herr Pliatskas, entschlossener Tatmensch und heute aktiv in der Kirchengemeinde tätig, schlug ein. Man stelle sich vor: Der Bau einer Kirche wurde mit Handschlag beschlossen! Und letztlich verwirklicht. In verschiedenen Bauabschnitten: zuerst das Gemeindezentrum, dann der Kirchenbau. Und zuletzt die Ausmalung des Innenraums durch die Nonnen des Klosters Chrissopigi auf Kreta.

Die Ausmalung ist etwas ganz Besonderes. Für Düsseldorfer ein freudiges Wiedererkennen, wenn oben in der Kuppel neben Maria und ihrem Kind Wahrzeichen der Stadt zu erkennen sind: der „Lambertus“, der Schlossturm, das Schauspielhaus, das Benrather Schloss und vieles mehr, nicht zuletzt der Rhein. „Als aus Griechenland stammende Christen wollen wir aller Weit zeigen, wo wir heute zu Hause sind“, sagt Pfarrer Psarakis. Auch, dass er unendlich dankbar ist für die freundliche Aufnahme in dieser Stadt und für die große Hilfe, die die katholische und die evangelische Schwesterkirche der jungen Gemeinde geleistet haben.

Herbert Asbeck

Die Kirche kann nach Vorannmeldung von Gruppen besichtigt werden. Hier die Anschrift:

Pfarre Hl. Apostel Andreas, Am Schönenkamp 1, Düsseldorf, Telefon 0211 / 74 10 51

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