Antonius-Kapelle

In der Antonius-Kapelle finden in den Sommermonaten von Mai bis Oktober mittwochs um 8 Uhr Gottesdienste der Franziskus‑Gemeinde statt.

Wenn man von der Schimmelbuschstraße ‑ gegenüber der Total‑Tankstelle, an den „gelben Häusern“ vorbei ‑zum Bayer‑Park hinuntergeht, stößt man nach 50 m auf die Antonius‑Kapelle. Etwas abseits von der Straße gelegen, im Sommer versteckt hinter den Blättern der Sträucher und Bäume, ist sie auch manchen schon länger in Hochdahl Wohnenden nicht bekannt. Die Schulkinder der Sechs‑Eck‑Schule, die im Bereich der oberen Fuhlrottstraße wohnen, kennen sie allerdings gut; sie müssen nämlich jeden Tag daran vorbei, wenn sie von der Kreuzung der Fuhlrott‑ mit der Schimmelbuschstraße zum Schlickumer Weg gehen.

Die Antonius‑Kapelle gehörte früher zum Gut Schlickum, einem der ältesten Höfe der Gegend, der im Zusammenhang mit dem Aufbau der Neuen Stadt Hochdahl seine landwirtschaftliche Zweckbestimmung verlor und vor einigen Jahren zu einer Wohnanlage umgebaut wurde.

Die Entwicklung der Gemeinde Hochdahl gründet sich auf dieses Gut Schlickum als ältesten Siedlungskern.
Zur Zeit der karolingischen Sachsenmission bekam der friesische Heidenmissionar Ludgerus um 800 den Auftrag, entlang der frühmittelalterlichen Kölnischen Straße „strata coloniensis“ zwischen Werden und Köln Stützpunkte zu errichten. Die strata coloniensis als Heer und Handelsstraße war eine für das fränkische Gebiet wichtige Grenze gegen die drohenden Angriffe des aufstrebenden ungarischen Königreiches. Bekannte „Grenzposten“ in der Nähe Hochdahls sind die Wallburg im Neandertal sowie die Wallanlage Hölterhöfchen in Hilden. Zwischen ihnen liegt am Verlauf der strata coloniensis Gut Schlickum.
In den Werdener Lehnsgüterverzeichnissen kann im 12. Jahrhundert erstmals „ein mansum in Slicon“ nachgewiesen werden, aus dem 14. Jahrhundert sind Einkünfteverzeichnisse des Gutes Schlickum vorhanden.
Im 16. Jahrhundert gehört das Hochdahler Gebiet zum Herrschaftsbereich der Grafen von Berg. Erkrath ist Teil des Amtes Mettmann, und im Bereich von Millrath und Bruchhausen ist Schlickum als ältestes Rittergut der bedeutendste Lehnshof. Im Jahre 1506 wird das Gut mit einer Kapelle ausgestattet, die als Ziegelbau auf einem künstlichen Hügel errichtet wurde. Sie hat zunächst sogar einen eigenen Priester und wird ‑ nach den Wirren der Reformation ‑ später von Erkrath aus versorgt. Anfang des 18. Jahrhunderts kaufen die Reichsgrafen von Nesselrode Haus Brück (in Erkrath) und Schlickum und bauen das alte Gut wieder auf. In den Berichten wird 1735 auch die Kapelle genannt; es bleibt unklar, ob es sich dabei um die alte Kapelle von 1506 handelt, die erneuert wurde, oder ob die Kapelle ganz neu errichtet wurde. Beobachtungen am Baukörper lassen allerdings vermuten, daß die alte Kapelle renoviert und umgebaut wurde. Seit dieser Zeit ist sie unverändert erhalten geblieben. Der schlichte, heute verputzte Bau diente, entsprechend dem Stiftungszweck des Reichsgrafen von Nesselrode, den katholischen Gemeinden von Mettmann und Erkrath. Im 19. Jahrhundert mit der Kaplanei von Mettmann vereinigt, entfiel der geregelte Dienst an der Schlickumer Kapelle. Nach den Angaben der Pfarrchronik war seit 1828 ein Erkrather Vikar für den Gottesdienst in der Kapelle zuständig. Der letzte Vikar, Happekotte, gründete 1858 einen Kirchbauverein, der schließlich in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Bau der Trillser Kirche führte.
Im Zuge der Ausgrabungen im Neandertal erfuhr der Kapellenhügel der Schlickumer Kapelle reges historisch‑romantisches Interesse: Man vermutete die Überreste römischer Legionäre aus der Zeit der Varus Schlacht in diesem Grabhügel.
Bei Ausgrabungen im Jahr 1965 fand man in rund 1 m Tiefe Bodenverfärbungen, die auf Begräbisse in der Zeit zwischen 900 bis 1100 schließen lassen ‑ aus der vermutlichen Gründungszeit von „Slikon“.
1963 schenkte der Besitzer von Gut Schlickum, Johann Baumann, die Kapelle der Katholischen Kirchengemeinde Hochdahl. Eine Tafel im Innern der Kapelle erinnert noch daran. 1965 wurde die Kapelle gründlich renoviert. Seitdem wird sie einmal in der Woche (mittwochs um 8 Uhr) für den Gemeindegottesdienst genutzt (nur in den Sommermonaten).

In der heute so genannten Antonius-Kapelle finden in den Sommermonaten von Mai bis Oktober mittwochs um 8 Uhr Gottesdienste der Franziskus‑Gemeinde statt.

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