Bibelkurs aktuell: wird im Oktober fortgesetzt

Rückblick:

Am 1.7.2019 in der Kirche Heilig Geist:

Die Bibel und das Vaterunser

„Für die Christen ist die Bibel ganz wichtig. Ohne die Bibel geht es nicht. Aber nur mit der Bibel geht es auch nicht.“ Das erklärte Pfarrer Ludwin Seiwert beim Bibelkurs in der Kirche Heilig Geist. Und er ergänzte: „Es genügt nicht, den Inhalt der Bibel zu kennen. Man muss auch die Entstehung dieses Buches beachten. Wer hat die Texte geschrieben? Welche Absicht stand dahinter? Woher wussten die Verfasser das, was man heute in der Bibel lesen kann?“

Mehr als hundert Besucher erlebten einen spannenden Bibelabend. Seiwert wunderte sich über die große Zahl der Teilnehmer, die trotz hochsommerlicher Temperaturen gekommen waren: „Sie hätten sich auch einen gemütlichen Abend in der Eisdiele oder im Biergarten oder vor dem Fernseher machen können.“

An zehn Terminen hatte der Bibelkurs in Hochdahl sich mit dem Vaterunser beschäftigt, dem ältesten Gebet der Christen. Am letzten Abend vor der Ferienpause ging es um die Frage: „Wie endet das Vaterunser?“ Im Lukasevangelium heißt der Schluss-Satz: „Führe uns nicht in Versuchung!“ Das Matthäus-Evangelium hängt den Hilferuf an: „Rette uns vor dem Bösen!“ In evangelischen und katholischen Kirchen sagen die Christen noch als Abschluss: „Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“ Seiwert: „Woher kommen die Unterschiede? Warum beten die Christen das Vaterunser nicht so, wie es in der Bibel steht? Wie hat Jesus gebetet?“

Der Bibelkurs will nicht nur Fragen beantworten, sondern auch zum Fragen ermutigen. Seiwert: „Die Bibel zitiert nicht die Worte Jesu, sondern übersetzt sie in eine neue Sprache und eine neue Situation.“ Jesus hatte aramäisch gesprochen, die Evangelien sind griechisch geschrieben. „Wenn Christen heute das Vaterunser beten, dürfen sie es neu formulieren und es in eine neue Zeit übertragen“, so der Pfarrer. Das sei im Lauf der Kirchengeschichte mehrmals geschehen. Wichtiger als der Wortlaut sei das Anliegen Jesu.

Einen Rat gab Seiwert noch an die Teilnehmer des Bibelkurses: „Beten ist einfacher als Glauben. Man muss nicht mit dem Beten warten, bis man zum Glauben gekommen ist. Man kann beten auch wenn man vieles nicht versteht.“

Nach der Ferienpause wird der Bibelkurs in Hochdahl mit einer neuen Reihe von Vortrags- und Diskussionsabenden fortgesetzt. Beginn ist am Montag, 7. Oktober, mit dem Thema: „Die Bibel und die Feste des Kirchenjahres.“

 

 

Weitere Rückblicke:

  • Adventssingen in Hochdahl am 3.12.2018 – Advent als Zeit der Hoffnung

Das Adventssingen in der Kirche Heilig Geist in Hochdahl sollte kein Konzert sein, sondern ein gemeinsames Singen und Nachdenken über die Vaterunser-Bitte: „Dein Reich komme!“ Mehr als 200 Besucher wurden so zu Mitwirkenden. Auf unterschiedliche Weise wurden alle aktiv einbezogen und trugen zum Gelingen bei: die Teilnehmer am monatlichen Bibelkurs, der Gospelchor der evangelischen Gemeinde Hochdahl, die „capella nova“ der katholischen Pfarrgemeinde St. Franziskus, Instrumentalisten an Orgel und Klavier, Bläser mit Trompeten, Posaune und Tuba.

Gesungen wurden deutsche, englische und lateinische Lieder. Alle Teilnehmer erhielten Liedtexte und Noten. Adventsklassiker wie „Tochter Zion“ oder „Macht hoch die Tür“ gehörten ebenso dazu wie Gospel und Psalmenvertonungen, Lieder aus der ökumenischen Gemeinschaft in Taizé oder ein vierstimmiger Kanon. Texte von berühmten Verfassern wie Jesaja, Bischof Ambrosius oder Martin Luther standen neben Texten von wenig bekannten Autoren wie Jochen Klepper, der von den Nationalsozialisten in den Tod getrieben wurde und der in einem Adventslied dichtete: „Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.“

In der Vielzahl der Adventsveranstaltungen setzte das Adventssingen in Hochdahl einen besonderen Akzent. Das machten die einführenden Kommentare zu den Liedern deutlich: „Advent ist nicht nur Vorbereitung auf Weihnachten, sondern Vorbereitung auf die Erfüllung christlicher Hoffnung. Die Adventszeit will nicht nur Vorfreude auf das Geburtsfest Jesu wecken, sondern Vorfreude auf das kommende Gottesreich.“

Adventssingen 2018
  • Synopse zum Vater unser
Synopse Vaterunser

 

  • Rückblick: Am 2.7.2018 in der Kirche Heilig Geist:

Glauben ist ein faszinierendes Abenteuer

„Glaubenszweifel sind kein Grund zur Resignation. Wer sich auf Gott einlässt, muss mit Schwierigkeiten rechnen. Glauben ist ein faszinierendes Abenteuer.“ So fasste Pfarrer Ludwin Seiwert nach 90 Minuten einen spannenden Bibelabend in der Kirche Heilig Geist zusammen. Er wunderte sich über die große Zahl von 170 Besuchern, die trotz hochsommerlicher Temperaturen gekommen waren: „Sie hätten sich auch einen gemütlichen Abend in der Eisdiele oder im Biergarten oder vor dem Fernseher machen können.“

An zehn Terminen hatte der Bibelkurs in Hochdahl die Aussagen des Apostolischen Glaubensbekenntnisses kommentiert. Am letzten Abend vor der Ferienpause ging es um die Frage: „Was ist, wenn alles nicht stimmt?“

Seiwert stellte die französische Ordensfrau Therese von Lisieux vor. Sie war in jugendlichem Alter in ein Kloster eingetreten, begann mit 22 Jahren Tagebuchaufzeichnungen und starb mit 24 Jahren an Tuberkulose. Ihre Selbstbiographie zeigt das Ringen zwischen Glaube und Zweifel: „Gott ließ zu, dass dichteste Finsternisse in meine Seele eindrangen. Man muss durch diesen dunklen Tunnel gewandert sein, um zu wissen, wie finster er ist.“

Seiwert: „Zweifel gehören zum Glauben dazu. Es gibt keine 100prozentige Sicherheit und keine Beweise, dass Gott existiert. Die Heiligen ermutigen wie die Bibel zum Glauben, auch wenn ein Mensch sich wie Jesus am Kreuz von Gott verlassen fühlt.“

Einen Rat gab Seiwert noch an die Teilnehmer des Bibelkurses: „Beten ist einfacher als Glauben. Man muss nicht mit dem Beten warten, bis man zum Glauben gekommen ist. Man kann auch trotz Zweifel beten: Gott, wenn es dich gibt, dann hilf mir, dass ich glauben kann.“

 

Zurück