Gedanken über die Gottesdienste in Hochdahl

Eine ganz persönliche Betrachtung zu den Gottesdiensten in Hochdahl

Zentrum des (katholischen) Gemeindelebens in Hochdahl ist die gemeinsame Feier der Messe. Fünf Gelegenheiten bieten sich am Wochenende und diverse in der Woche (Gottesdienstzeiten), durch den gemeinschaftlichen Gottesdienst auch immer wieder die grundlegende Gemeinschaft mit Gott zu suchen und zu finden.

Schon als Kind lag für mich im Messbesuch in Hochdahl stets die Spannung entweder eine heftige oder eine eher feinfühlige Predigt zu hören. Auch wenn ich damals noch nicht alles so verstand, so konnte ich die Bedeutung der Worte fühlen, und dass hier der Mensch angesprochen wurde. Bis heute ist mir dies wie auch die bewusste und einfache Feier der Eucharistie bedeutsam.

Im Urlaub oder beim Besuch in anderen Gemeinden erlebe ich sehr häufig, dass mich der intensive Einsatz von Weihrauch (den ich z.B. bei Gebetsandachten durchaus schätze) oder auch das laute Glöckchenklingeln zur Wandlung eher vom Wesentlichen und Eigentlichen ablenkt. Die Glöckchen werden in Hochdahl dezent angeschlagen und Weihrauch gibt es in der „Messe mit Choral“, welche regelmäßig sonntags um 9:00 in Hl. Geist gefeiert wird.

Auch bei der zuvor konzentriert wahrgenommenen Gabenbereitung geht mir dies so: die Gemeinde bleibt stehen und verfolgt, wie die Messdienerinnen und Messdiener das beim Hereinkommen von den Gottesdienstbesuchern an den Eingängen in die Schalen gelegte Brot zum Altar tragen, (fast) niemand sucht abgelenkt und störend nach Kleingeld für die Kollekte oder blättert im Gesangbuch.

Gerne blicke ich zurück an die Geste einiger unserer Pfarrer, das Brot zu nehmen, den Lobpreis zu sprechen, es zu brechen und an die Gemeinde zu verteilen, bevor er selber und sein Helfer bzw. seine Helferin kommunizieren. Genauso wie es Jesus beim letzten Abendmahl auch getan hat.

Und jeder ist zum Tisch des Herrn geladen: auch die Kinder, die noch nicht zur Erstkommunion gegangen sind; sie erhalten statt der Hostie ein Kreuz auf die Stirn und werden gesegnet.

Die Gemeindemitglieder versammeln sich beim Kommunionempfang in einem Halbkreis um den Altar, um die Gemeinschaft miteinander und insbesondere mit dem Herrn auszudrücken. Kein Kommunionempfang der Art  „Supermarkt-Schlangestehen“ wie in vielen anderen Gemeinden.

Natürlich reißt mich nicht jeder Gottesdienst „vom Hocker“, das Orgelspiel könnte vielleicht manchmal spritziger sein. Vielleicht liefert uns ja das neue Gesangbuch neue Impulse.
Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit der Begeisterung erhöht, wenn ich eine Jugendmesse oder eine Kinder- und Familienmesse besuche. Modernere geistliche Lieder mit bunter musikalischer Begleitung sowie die oft kreative Vorbereitung der Messe durch verschiedene Gemeindemitglieder verstärken meine innere Spannung im Gottesdienst und meine Identifikation mit der Gemeinde. Und besonders gerne erinnere ich mich an viele vergangene Firmmessen (mit Weihbischof Luthe, Bischof Hoenen oder Abt Placidus), an verschiedene Taizé-Gebete und die (mit Osterwache manchmal stundenlange) Feier der Osternacht in Heilig Geist mit anschließendem Osterfrühstück. Ich bin froh dies miterlebt zu haben, ein Ah-Gefühl, manchmal mit Gänsehaut. Und ich hoffe, dass auch zukünftige Gottesdienste unserer Gemeinde begeistern können, und dass wir mittun, dass dies so sein wird.

Christian Ritt

(aus dem Jahr 2014)

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