Erfahrungen mit der Kommunion in der Sonntagsmesse

Sonntagsmesse in Hochdahl ‑ Sonntagsmesse woanders: das kann doch egal sein. Oder?

Zumindest einen Unterschied gibt es, der mir jedesmal zu schaffen macht, wenn ich anderswo eine Messe besuche. Besinnen wir uns auf die Berichte des Neuen Testaments zum Abendmahl. Jesus nahm in der Nacht vor seinem Tod das Brot, reichte es seinen Jüngern und sprach: Nehmet alle davon …
Es war also sicherlich nicht so, daß er – als Gastgeber/Vorsteher ‑ selbst zuerst von dem Brot aß und vom Wein trank, bevor er seinen Jüngern davon gab. Und wie sieht der Meßritus allenthalben aus? Der Priester (nach der großen Geste des Teilens) speist zuerst selbst, dann können die Gemeindemitglieder ihren Teil abholen, und zuletzt bekommen die Kommunionhelfer auch noch etwas mit. Wer hat das nur ausgedacht?

Man mag erklärend argumentieren, der Priester repräsentiere mit seinem Kommunionempfang die ganze Gemeinde. Aber welch ein Verständnis steht dahinter und welch eine Mißachtung der Gemeinde, die doch zugegen ist und selbst mitfeiert! Vor allem aber: „Das Bild vom Sich‑Mitteilen“ und Sich‑Verschenken Jesu im Mahl, Ausdruck seiner Güte und dauernden Verbundenheit mit uns, wird durch die verkehrte Reihenfolge – der Priester handelt ja für Christus ‑ derart beschädigt, daß die so wichtige, den Sinnen unmittelbar eingehende Wirkung verfehlt wird.

Ich bin inzwischen außerordentlich allergisch gegen diese Praxis. Auch in diesem Fall. Gott sei Dank, daß wir es in Hochdahl anders erleben.

H. Lucas

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