Die Hostienschale am Eingang

WIR LEGEN DIE HOSTIE IN DIE SCHALE

Wenn die Gottesdienstbesucher die Kirche betreten, legen diejenigen, die zur hl. Kommunion gehen möchten, eine Hostie in die Schale. Das ist kein Zählvorgang, damit niemand bei der Kommunion leer ausgeht! Gemeint ist vielmehr, daß ich etwas von mir ‑ mein Leben ‑ meine schönen Erfahrungen ‑ meine Hoffnungen ‑ meinen Kummer ‑ meine Ängste meine Begrenzungen und mein Versagen ‑ ‑ daß ich das in diesen Gottesdienst hineingebe. Und wenn die Meßdiener die Schalen dann bei der Gabenbereitung zum Altar bringen, dann geht das‑ Leben aller Teilnehmer in die Mahlfeier ein.

Und dann erzählen und hören wir bei der „Wandlung“, wie es Jesus mit seinem Leben ergangen ist. „In der Nacht, in der er verraten wurde“. Das ganze Elend, der Haß der Feinde, die Angst der Jünger, der Wankelmut und die Manipulierbarkeit des Volkes. Und dann hören wir, daß Jesus diese Not, dieses Leid und seinen Tod „verwandelt hat‘ ‑er ist der Bosheit nicht erlegen; er hat das, was man ihm antat, angenommen und zur Tat seiner Liebe umgewandelt: „ich gebe mein Leben für euch ‑ nehmt und eßt, nehmt und trinkt, das bin ich für euch“.

Sicher würden viele Teilnehmer des Mahles wünschen, daß das Elend und die Not ihres Lebens (und in wessen Leben ist das nicht auch immer wieder Realität) so verwandelt, geheilt wird. Aus eigener Kraft wird’s nicht möglich sein, wohl aber durch das Einsehen in sein Tun.

Die Hostie, die der Einzelne bei der Kommunion darin empfängt, wird nicht die gleiche sein wie die, die er am Anfang eingelegt hat, Aber wenn alte ihr Leben vor der Messe in die Schale gelegt haben, nimmt er teil an dem verwandelten, geheilten Leben, das die Gemeinde in der Feier des Mahles Jesu empfangen hat.

UNSER LEBEN IM GOTTESDIENST

Das Leben jedes einzelnen von uns in seiner Alltäglichkeit ist Bestandteil des Gottesdienstes. Ein schönes Zeichen dafür ist das Hostienbrot, das wir vor Beginn des Gottesdienstes in die Schale legen. Wenn wir zum Gottesdienst kommen, müssen wir nicht unser Leben vor der Tür lassen ‑ wir dürfen es hineinnehmen und für eine Zeit ablegen …. ablegen im Vertrauen, daß es angenommen wird. „Gott, was ich heute zum Gottesdienst bringe, sind meine Freuden, meine Sorgen, meine Hoffnungen, meine Ängste…. Ich schenke sie Dir.“ So könnte ich still beten beim Einlegen des Hostienbrots! Wir legen unseren Alltag ab und können frei werden zum Gebet, zum Empfang der Vergebung, zum Hören des Wortes.

Bei der Gabenbereitung bringen die Meßdiener (und wenn die nicht da sind, jemand, der in der Nähe des Tisches steht!), die Schale zum Altar. Es ist für mich, als ob Christus sagen würde‑ „Laß Dein Leben nicht an der Tür. Bring es mir …. Es ist mir ganz wichtig. Brot und Wein, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Ich will es für Dich und für alle verwandeln in meinen Leib und mein Blut.“

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