Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner

für den 27. Oktober 18h St. Franziskus     

Wie zeigt sich die Gerechtigkeit, die im Himmel herrscht, auf Erden?

LUKAS 18 9 Einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Gleichnis: 10 Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 11 Der Pharisäer stellte sich hin und sprach bei sich dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. 13 Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! 14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause hinab, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Eine große Frage, über die sich die christliche Kirche mehrfach gespalten hat, lautet: Woher kommt die Rechtschaffenheit? Ist sie eine freie Entscheidung des Menschen oder eine Gnade Gottes? Bei wem sollte sich der Rechtschaffende bedanken: bei sich oder bei Gott? Im Gleichnis sind beide Männer gottesfürchtig. Der Pharisäer stellt sich vor die weniger Rechtschaffenden und bedankt sich bei Gott für die Gnade, die ihm gewährt wurde. Der Zöllner bleibt vor Respekt gegenüber den Rechtschaffenden hinten stehen und bittet um die Gnade Gottes. Für den ersten ist klar: Rechtschaffenheit ist ein Geschenk Gottes. Die einen haben Glück, die anderen Pech. Der zweite trifft die Entscheidung, nicht mehr Sünder sein zu wollen: er bittet Gott um Gnade. Was aber macht Gott: bei mir: würfeln oder eine Entscheidung treffen?

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8 Gedanken zu „Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner

  • 11. Oktober 2019 um 19:05
    Permalink

    Der PredigtBlog ist eröffnet!
    Er wird zum 24.10. beendet und Pfarrer Biskupek wird dann die Gedanken aus diesem Blog in die Predigt einfließen lassen.

    Antwort
  • 11. Oktober 2019 um 23:56
    Permalink

    Wie ich lebe ist schon meine Entscheidung, aber wenn das, was ich will gelingt, bin ich dankbar für Gottes Unterstützung.

    Antwort
  • 13. Oktober 2019 um 23:26
    Permalink

    Hier geht es doch nach Satz 9 um die Verachtung der Rechtschaffenden. Dabei spielt es für Jesus in diesem Gleichnis keine Rolle, welche Schuld sich manche Menschen aufladen, bzw wie rechtschaffend sie sind.
    Wer mit seiner Schuld vor Gott tritt und sich bekennt, dem wird vergeben. Wer aber mit Verachtung auf seinen Nächsten schaut, der lädt in diesem Moment Schuld auf sich. Hier geht es klar um diesen einen Augenblick.
    Man kann in seinem Leben keine Punkte sammeln, die man dann vor Gott einlöst.
    Ich wünsche allen eine gesegnete Woche
    Michael K.

    Antwort
  • 17. Oktober 2019 um 14:32
    Permalink

    Ich finde es sehr interessant, dass bei allen Gleichnissen in denen „offizielle“ Religionsvertreter vorkommen, diese immer falsch agieren. Es sieht so aus, als ob diese Erdenvertreter nie etwas richtig machen würden, weil sie an ihren Regeln und Vorschriften hängen.
    Spannend wäre es auch einmal darüber nachzudenken, was mit unseren heutigen Religionsvertretern wäre. Würde Sie auch immer als Gegenbeispiel herhalten müssen?

    Antwort
    • 17. Oktober 2019 um 17:08
      Permalink

      Da würde Jesus heute sicher einige Gleichnisse gerade in Bezug auf die Rolle der Frauen in Gesellschaft und Kirche erzählen.

      Schließlich bringen die Evangelien bereits einige Gleichnisse und Beispiele für seinen Umgang mit Frauen, der in der Antike absolut unüblich und bereits revolutionär/skandalös war.

      Oder eine Parabel mit dem (laut Bibel) verheirateten Petrus.

      Antwort
    • 19. Oktober 2019 um 11:19
      Permalink

      Wie immer sind solche Gleichnisse natürlich unvollständig.
      Es gibt sicher auch den heutigen Zöllner, der sich nach vorne stellen würde und fest der Meinung wäre, alles nach seinen Möglichkeiten richtig gemacht zu haben und man müsse schließlich auch an sich selber denken und wer ist schon perfekt.
      Ich kenne aber auch Priester, die sich ganz dem Wohl der sie umgebenden Menschen gewidmet haben und sich trotzdem nach hinten stellen.
      Von meinem heutigen Pfarrer in der Freien ev. G. kann ich sagen, wir sind miteinander auf dem Weg des Glaubens und er stellt sich nie als etwas besseres, gescheiteres bzw. Gebotstreuer dar. Er würde neben mir stehen, egal wo ich stehe. Das ist der Platz, den diejenigen einnehmen sollten, die es hier auf Erden so gut angetroffen haben.

      Antwort
  • 17. Oktober 2019 um 17:00
    Permalink

    Bin ich nicht auch immer wieder überzeugt von mir und meiner „Gerechtigkeit“?

    – Ganz im Alltag –
    Als Mutter/Vater?
    Als -politischer- Bürger?
    Als ErzieherIn, LehrerIn?
    An der Supermarktkasse?
    Beim Pfiff des Schiedsrichters?
    Als Autofahrer?
    Als Spender für missio, … ?

    Und erhebe mich dabei über die Anderen?

    Ich befürchte: ja.

    Antwort
  • 20. Oktober 2019 um 16:59
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    Ja, ich erhebe mich oft über die Anderen mit meiner Überzeugung von Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit und fühle mich dann auch „besser“.
    Es ist eine permanente Herausforderung, jeden so anzunehmen wie er ist.
    Dabei hoffe ich auf Gott, dass er mir Kraft gibt und mir zur Seite steht.

    Antwort

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