Sandheider Meisterkonzerte in Heilig Geist

Die Hochdahler Franziskusgemeinde stellt den „Sandheider Meisterkonzerten“ die Heilig Geist Kirche zur Verfügung.
Nicht nur deshalb, weil Musik und Kirche immer schon in Beziehung standen, sondern insbesondere, um eine Öffnung der Kirchengemeinde „zur Welt“ auszudrücken.

Termine entnehmen Sie bitte: Aktuelles/Neue Stadt

 

Sandheider Meisterkonzerte
Zum 100. Konzert der „Sandheider Meisterkonzerte“ (19.11.2000)

Am 19. November dieses Jahres fand das 100. „Sandheider Meisterkonzert“ in der Heilig‑Geist‑Kirche statt, wiederum ein auffallender Stein in der langen und kostbaren Kette dieser Konzerte, die Gabor Antalffy 1981 ins Leben rief.

Die Zahl spricht hier schon für sich, regt sie doch zu mancherlei Gedanken an. So macht sie zunächst einmal das große beständige Engagement dieses Künstlers Antalffy deutlich. Seit nahezu 20 Jahren ist es ihm gelungen, jährlich 5 bis 6 Konzerte darzubieten. Eine hervorragende Leistung, mit der er viele Menschen unserer Gemeinde und unserer Stadt erfreute. So danken wir ihm ‑ auch an dieser Stelle ‑ sehr herzlich dafür und hoffen auf eine ungebrochene Fortführung seines Wirkens.

Ein Rückblick zeigt auch die musikalische Vielfalt auf, mit der er die zahlreichen Konzerte zusammenfügt, gestaltet und schließlich eben auch selbst organisiert: mal symphonische Konzerte, oft kammermusikalische Duo‑ oder Ensemble‑Abende, einige Opern in konzertanter Aufführung, Chor‑Konzerte, die Aufführung der „Johannes‑Passion“ von Bach (siehe „Aspekte“ vom Mai 1996) und eine Reihe solistischer Abende mit bedeutenden Geiger‑ und Pianisten‑Persönlichkeiten, darunter nicht zuletzt seine eigenen Konzerte am Flügel oder Cembalo.

Musik verschiedenster Art in der Kirche? Geht das? Paßt das zusammen? Diese Frage taucht immer mal wieder unter alten wie aktuellen Aspekten auf.

Von J.S. Bach sagte ‑ und sagt man, er sei der fünfte Evangelist. Das bezieht sich zunächst auf seine „geistliche Musik“, seine Kirchenkantaten, Oratorien und Passionen. Doch die spezifische Grundformel und Struktur seiner Musik ist in all seinen Werken die gleiche. So wohnt doch auch seiner sog. „weltlichen Musik“ die Verkündigung einer vielfältigganzheitlichen Botschaft inne, die eher und vielleicht nur mehr in musikalischer Weise überbringbar scheint und uns Menschen in unserer geheimnisvollen Existenz zutiefst ‑ also auch in unserem religiösen Inneren ‑ anspricht und berührt. Das gilt sicher nicht nur für Bach’sche Musik, sonder doch folglicherweise wohl auch für Musik verschiedenster Art und Epochen ‑ wie auch für die anderen Künste.

Wir erinnern uns ‑ neben den unglaublich lebendigen Ecksätzen ‑ der „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi wohl sicherlich ebenso an die vier langsamen Mittelsätze in ihrer Verhaltenheit, ihrem dunkel Verborgenen und gleichsam Bergenden; nur ein Beispiel unter unendlich vielen, und auch eine Verbindung zum ‑ wenn auch eher zufälligen oder umständebedingten ‑Aufführungstag, dem Volkstrauertag.

So möge das offene Entgegenkommen der Franziskus‑Gemeinde und ihrer Geistlichkeit, die Kirche als musikalisch weiten Raum zu bieten, uns auch fortan in diesem Sinne erhalten bleiben.

Paul Ollig

 

 

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